Kirschen aus dem Kohlbachtal

DSC_0012

Dieses Wochenende zur Ernteabholung habt ihr die Möglichkeit direkt im Ernteraum des Stadtbauernhofs leckere Kirschen aus der Region zu erwerben. Möglich macht es eine Kooperation mit einer Obstbäuerin, die die Kirschen frisch für euch erntet, in recycelte Schalen verpackt und liefert. Die Obstwiese befindet sich im Kohlbachtal nahe Waldmohr, auch als ‚Tal der Kirschen‘ bekannt. Dort werden seit etwa 1800 Kirschen und anderes Obst auf Streuobstwiesen angebaut. Leider ist auch dort der Obstanbau rückläufig. Wie an vielen anderen Stellen geht die Anzahl der bewirtschafteten Streuobstwiesen, die einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leisten, zurück. Wir versuchen so einen Beitrag zum Erhalt von Streuobstwiesen zu leisten und freuen uns auf eure Mithilfe und leckere Kirschen.

DSC_0015

DSC_0010
Fotos: Ute Mörschel

 

Podiumsdiskussion „Landwirtschaft mit Zukunft“ auf dem Stadtbauernhof

Landwirtschaft mit Zukunft

Am 30.6. um 14.30 Uhr findet auf dem Stadtbauernhof Saarbrücken (Gastronomie Ulanen Hof) eine Podiumsdiskussion zum Thema „Landwirtschaft mit Zukunft“ statt. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Landwirtschaftstages für den Studiengang Sustainable Change, der vom Umwelt-Campus Birkenfeld und der Europäischen Akademie Otzenhausen angeboten wird, statt. Die Veranstaltung ist für jedermann offen, Interessierte sind zum Mitdiskutieren herzlich eingeladen! Auf dem Podium sitzen verschiedene Vertreter der Landwirtschaft: Hans Lauer (Bauernverband Saar), Manfred Nafziger (ehem. Vorsitzender des Bioland Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland vom Wahlbacherhof) und Jörg Böhmer (Stadtbauernhof Saarbrücken e.V.). Die Moderation übernimmt der Umweltminister a.D. Stefan Mörsdorf.

Was tun mit Grünkohl?

P1070035

Ursula von ‚coconut & cucumber‘ macht gerne Grünkohlchips. Hier geht es zum Rezept. Ich habe sie nach der letzten Ernte schon ausprobiert und fand sie sehr lecker (jedenfalls beim zweiten Versuch – beim Ersten habe ich kurz nicht hingeschaut und – schwupps – waren die Grünkohlchips verbrannt. Also gut aufpassen!).

Lasst es euch schmecken.

Endlich (fast) fertig: Unsere Komposttoilette

Nach 2 Jahren der Planung und Wochen des Streichens, Aufbaus, Abrisses und Wiederaufbaus ist es nun endlich soweit: Der Stadtbauernhof hat seine eigene Komposttoilette.

Komposttoilette.jpg
Leuchtet in allerschönstem Schwedenrot: Die Komposttoilette

Warum eine Komposttoilette? Auf den ersten Blick scheint es ja eher unpraktisch, denn die Auffangbehälter unter der Toilette müssen regelmäßig geleert werden. Auch könnte man sich wegen eventueller Geruchsbelästigungen Gedanken machen. Also hier ein paar Hintergründe zu unserer Entscheidung.

1. Der Stadtbauernhof (inklusive Ulanen Hof und Wohnhaus) ist nicht an das städtische Abwassernetz angeschlossen

Das bedeutet, dass etwa alle zwei Wochen (bei gutem Wetter und vielen Gästen im Ulanen Hof auch häufiger) die Klärgrube ausgepumpt werden muss. Dafür fährt jedes Mal ein Saugwagen der ZKE den ganzen Weg durch das Almet zum Hof. Und wer schon einmal neben einem Saugwagen saß während dieser eine Klärgrube auspumpt weiß: Es ist laut und es riecht – sagen wir mal – unangenehm. Mit einer eigenen Toilette für die großen und kleinen Besucher des Stadtbauernhofes wollen wir die Menge an Klärschlamm in der Grube (und damit die Besuche des Saugwagens) verringern.

2. Die Komposttoilette ist ein Teil der nachhaltigen Landwirtschaft

Aber keine Sorge, das bedeutet nicht, dass wir die vollen Behälter regelmäßig auf dem Gemüsebeet auskippen (da gibt es auch rechtliche Regelungen die beachtet werden müssen). Aber zunächst einmal: Unsere Trockentoilette ist kein Plumpsklo! Der Unterschied ist, dass flüssige (also Urin) und feste Bestandteile getrennt in Behältern gesammelt werden. Kot wird noch zusätzlich durch Sägespäne oder Mulch getrocknet. Dadurch wird die Entstehung unangenehmer Gerüche verhindert, diese entstehen nämlich duch Fäulnisprozesse (also durch Mikroorganismen unter Luftabschluss) beim Mischen von Kot und Urin. Und diese Fäulnisprozesse wiederum verhindern die Entstehung von Humus (welcher durch Bodenlebewesen an Luft gebildet wird). Das trockene Kot-Mulch-Gemisch verrottet innerhalb von 2 Jahren zu Humus, Urin kann, verdünnt mit Wasser als Pflanzendünger verwendet oder der Klärgrube zugeführt werrden.

Soweit so gut, aber warum wollen wir überhaupt Humus und Dünger aus menschlichen Abfällen herstellen? Was ist mit Krankheitserregern? Oder Medikamenten?

Der Gehalt an Nährstoffen in unseren Abfallprodukten ist sehr hoch. Zum Beispiel enthält Kot ebensoviel Stickstoff wie unser gewöhnlicher Biomüll, also Obst- und Gemüsereste oder Rasenschnitt, Urin sogar etwa das Dreifache. Ebenso ist der Gehalt an anderen für die Pflanzen nützlichen Elementen wie Kalzium, Kalium, Phosphor und Zink genauso hoch oder höher. Der Anteil an Schwermetallen, wie zum Beispiel Cadmium, Chrom, oder Nickel liegt dabei niedriger als bei Obst- und Gemüseabfällen und unter den Grenzwerten der Bioabfallverordnung [1].

Menschliche Ausscheidungen können verschiedene Krankheitserreger, von Bakterien (E. coli, Salmonellen), über Viren (Rota, Hepatitis), Protozoen und Würmer bzw. Wurmeiern enthalten [2]. Um diese abzutöten gibt es verschiedene Wege mit verschiedenem Aufwand. Nach einer ’normalen‘ Kompostierung bei etwa 37°C sind nach 2 Jahren keine Pathogene mehr nachweisbar [3]. Schneller geht es mit zum Beispiel mit thermophiler Kompostierung bei 70°C, dann dauert es nur 1 Stunde bis alle Erreger abgetötet sind.

Medikamente sind leider problematisch, da sie sich in manchen Fällen im Boden anreichern können. Normalerweise aber bauen sich Medikamente im Boden schneller ab als in Fließgewässern, wo sie oft auch nach der konventionellen Reinigung in Kläranlagen, und damit in unserem Trinkwasser, nachgewiesen werden können [4].

In der industriellen Landwirtschaft gelangen durch die Düngung mit Rinder- und Schweinegülle hohe Mengen and Antibiotika in die gedüngten Böden und durch Regen auch in den Wasserkreislauf. Die Antibiotikakonzentration im Urin ist vergleichsweise niedrig verglichen mit der Konzentration in Gülle. Weiterhin werden Antibiotika im Boden innerhalb einiger Tage bis Wochen abgebaut [5].

Nun denn, ab jetzt machen wir am Stadtbauernhof aus Scheiße Gold Blumen.

Wir danken besonders den Menschen, die alles geplant, organisiert und aufgebaut haben: Agnes, Karin, Klaus, Justus, Frauke und Martin – ihr seid spitze!

Quellen:

[1] Krause et al., Sauberer Kompost – sauberer Dünger: Schadstoffarme Reststoffe aus der Stadt als Pflanzendünger nutzen. Forschungsreport Spezial: Ökologischer Landbau 4 (2015) 8-9 (Link)

[2] Schönning C & Stenström TA, Guidelines on the Safe Use of Urine and Faeces in Ecological Sanitation Systems. Swedish Institute for Infectious Disease Control (SMI) 2004 (Link)

[3] http://www.igzev.de/wp-content/uploads/2014/12/fact_sheet_hygienisierung_version_mai2014.pdf

(über: www. anstiftung.de/urbane-gaerten/aktuell/100031-trockentoiletten-triple von http://www.kante.info – Kollektiv für angepasste Technik)

[4] Anthropogene Spurenstoffe, Krankheitserregerund Antibiotikaresistenzen im Wasserkreislauf – Relevanz, Monitoring und Eliminierung. DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V., Hennef 2017 (Link)

[5] Schmitt H, ter Laak T, Duis K, Development and dissemination of antibiotic resistance in the environment under environmentally relevant concentrations of antibiotics and its risk assessment. Umweltbundesamt 2017 (Link)

SoLawi Vollversammlung 2018

Fotos: Martin Krämer

Am letzten Samstag fand die Vollversammlung der Solidarischen Landwirtschaft (SoLawi) auf dem Stadtbauernhof mit anschließender Bieterrunde für die Ernteteile statt. Der reservierte Bereich des Ulanen Hofes war gut besucht als die Pächter und Inhaber des Landwirtschaftsbetriebes Jörg und Imka das laufende Landwirtschaftsjahr (März 2017 bis Februar 2018) Revue passieren ließen. Anhand der Umfrage zur Zufriedenheit der Mitglieder, welche im Dezember 2017 durchgeführt worden war, wurden eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert und entsprechende Pläne für die kommende Saison 2018/2019 vorgestellt. Alles in allem war die Zufriedenheit der Mitglieder groß, was sich neben den Umfrageergebnissen und persönlichen Gesprächen auch an der geringen Zahl von Kündigungen zeigt. Aber da man von Kritik mehr lernen kann werde ich hier kurz auf zwei Punkte eingehen.

So hatten einige Erntenehmer kritisiert, dass die Gemüsemengen im Sommer kaum zu schaffen seien, während im Winter zu wenig Gemüse abgeholt werden kann. Als Lösung wurde von Jörg vorgeschlagen, dass mehr lagerfähiges Gemüse (z.B. Rote Beete, Möhren, Kürbisse) angebaut und auch am Hof gelagert werden soll. Hierzu muss im Laufe des Jahres eine Kühlzelle eingerichtet werden, so dass eine Lagerung in entsprechendem Maße möglich wird. Außerdem soll es Sommerernteteile geben, die nur von Juli bis September, also zur Hochsaison, an Interessierte vergeben werden. Zusätzlich wird Sabine, eine gelernte Gärtnerin und Spezialistin für Gewächshausanbau das Team in der landwirtschaftlichen Arbeit unterstützen. Ein weiterer Kritikpunkt war, dass manche Gemüsesorten wie Paprika und Aubergine nicht in gewünschter Qualität (die Paprika waren grün statt rot) und Menge (zu wenige und zu kleine Auberginen) vorhanden waren. Auch hier hat das Team aber aus den Erfahrungen der ersten beiden Jahre gelernt, um sowohl Qualität als auch Menge von diesen und anderen Gemüsearten (Blumenkohl, Sellerie und Fenchel, um ein paar Beispiele zu nennen) zu verbessern.

Der Anbauplan steht, auch er wurde mit Unterstützung von Sabine erstellt. Die Vielfalt an Gemüsen soll auch in diesem Jahr für die Erntenehmer erhalten bleiben, dabei wird mit der Sortenwahl laufend weiter experimentiert. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Gemüsequalität und -menge sowie auf einer ausgeglichenen Auswahl über das Jahr, sowie dem langfristigen Ausbau des Obstbaumbestandes, der allerdings erst in einigen Jahren nennenswerte Erträge liefern wird.

Die Anzahl der Ernteteile wird in der kommenden Saison nochmals um 15 auf 95 Ernteteile erhöht. Davon sind nun bereits 83 alle Ernteteile vergeben. Wer Interesse an einem der wenigen verbleibenden ganzjährigen Ernteteile oder an einem der 15 Sommer-Ernteteile hat kann Imka & Jörg unter solawi@stadtbauernhof.org erreichen.

Ackerdinner 2017

Am Samstag fand unser erstes Ackerdinner auf dem wunderschönen Gelände des Stadtbauernhofes statt. Und was soll ich sagen: Das Wetter – perfekt. Das Essen – selbstgemacht und superlecker. Dazu noch nette Menschen zum plaudern… es war wie ein kleiner Urlaub, dieser Nachmittag und Abend auf dem Acker. Ich hoffe das Ackerdinner wird ab sofort zu einer festen Veranstaltung auf dem Stadtbauernhof. Vielen Dank an alle die mitgewirkt haben, zum Beispiel bei Getränken, beim Kochen und beim Auf- und Abbau. Vielen Dank an den Ulanen Hof für die Bänke und Partyzelte. Und vor allem vielen Dank an Karin, Dorothee, Klaus und Jörg für die tolle Organisation.

Und hier noch ein paar Bilder (danke, Martin!):

P8260014P8260017P8260043P8260079P8260066P8260067P8260060

Antipasti Workshop

Hier ein paar Eindrücke vom letzten Antipasti Workshop auf dem Hof. Frisch geerntetes Gemüse, vor allem Zucchini, Peperoni und Zwiebeln wurde mit frischen Kräutern gegrillt und anschließend sauer eingelegt. Ein großes Dankeschön an den Ulanen Hof, die uns ihren Grill zur Verfügung gestellt haben.

Wer Lust hat sein Gemüse selbst einzulegen kann zum Beispiel hier das Grundrezept finden.